Flüchtlingsrat NRW fordert dezentrale Unterbringung von Flüchtlingsfamilien

Der Flüchtlingsrat Nordrhein-Westfalen hat sich heute in einem Offenen Brief an die Parteien im Rat der Stadt Velbert ewandt. Darin fordert er die Ratsmitglieder auf, sich für eine zügige Verbesserung der Lebenssituation der Velberter Flüchtlinge einzusetzen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre die dezentrale Unterbringung von Familien mit Kindern in regulären Wohnungen. Die WAZ griff daraufhin das Thema schonmal auf. Wir veröffentlichen dass Schreiben auch hier.

In den vergangenen Wochen und Monaten hatten lokale und regionale Medien immer wieder über die katastrophalen Zustände im Flüchtlingsheim in der Velberter Talstraße berichtet. Bewohner klagten unter anderem über Feuchtigkeitsschäden, Schimmelbefall, defekte Sanitäranlagen und unzureichende Rückzugsräume für Familien mit Kindern. Die Stadt Velbert hat inzwischen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen angekündigt und bereits mit der Umsetzung begonnen. Insgesamt sollen 1,8 Millionen Euro in die Renovierung der Unterbringungseinrichtung investiert werden.

Sowohl Linke als auch FDP und CDU haben gegenüber dem Flüchtlingsrat NRW dringenden Handlungsbedarf eingeräumt und die momentanen Zustände im Flüchtlingsheim Talstraße unisono als menschenunwürdig bezeichnet. Der Flüchtlingsrat NRW hofft daher auf eine schnelle und pragmatische Umsetzung der angekündigten Verbesserungen.

Erfreulich ist aus Sicht des Flüchtlingsrats insbesondere die Tatsache, dass Linke, FDP und CDU sich in ihren Stellungnahmen explizit für eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in regulären Wohnungen aussprechen. Insbesondere Familien mit Kindern sollten zügig die Möglichkeit erhalten, das Flüchtlingsheim zu verlassen. Das Leben in einer Sammelunterkunft mit fremden Menschen und sehr eingeschränkten individuellen Rückzugsmöglichkeiten ist auf Dauer nicht zumutbar. Dieser Einsicht müssen nun Taten folgen. Daher fordert der Flüchtlingsrat NRW die Parteien dazu auf, sich im Stadtrat für eine schnelle, fraktionenübergreifende Lösung einzusetzen, damit möglichst viele der in der Talstraße untergebrachten Flüchtlinge schon bald eine reguläre Wohnung beziehen können. Durch den breiten Konsens, der diesbezüglich in der Velberter Parteienlandschaft zu bestehen scheint, ist für dieses Vorhaben eine günstige Ausgangslage vorhanden.